Die nachfolgend ausgeführte BDSM-ÜBEREINKUNFT ist ein fantasievolles Schriftstück, das Euch, geneigte Leser beflügeln und gleichzeitig ermahnen möchte.
BondageDominanceSadoMasochismus ein langes Wort mit viel Inhalt. Und eines, dem ihr sehr viel abgewinnen, wie auch beisteuern könnt. Es liegt an euch, euch zu prüfen, ehe ihr euch bindet. Hier findet ihr einen Ansatz dazu eure Wünsche sicher, vernünftig und übereinstimmend miteinander auszuleben.
Weitere wichtige Querverweise sind:

-->"Lebe deine Liebe"
-->"Le S. et le M."

Viel Vergnügen bei einer hoffentlich spannenden und anregenden Lesestunde mit diesen Erotika!

Vorwort

Es handelt sich hierbei um eine schriftliche Darlegung der grundlegenden Richtlinien und aktuellen Standards einer weltweiten BDSM– Gemeinschaft, welche deren höchste Werte und Erkenntnisse verkörpern will.

Dienen soll sie dazu zwischen zwei, oder mehreren, gleichgeschlechtlich liebenden Männern kommuniziert zu werden, welche bereit und einsichtig sind in die nachfolgenden Prinzipien und sich hiermit bereit erklären, den darin geäusserten hohen Idealen und Wirklichkeiten, sowie seelischen Erfahrungen nachzukommen und sich diesen und in Verbindung ihrem eigenen und deren Wohl und Ansehen anzuvertrauen.

Unabhängig Ihrer im weiteren noch erörterten Stellungen zueinander und besonderen Pflichten, Rechten und Verantwortungen.

Es handelt sich in allem vorliegenden und geschriebenen Wort um freiwillig und wissentlich anerkannte Vereinbarungen und Regelungen zwischen Erwachsenen zu deren persönlicher und universeller Erfüllung und Fortkommen in ihrem Verlangen nach Glück und gegenseitiger Zuneigung, welche die Menschenrechte und Menschenwürde nicht antasten, oder einschränken, sondern ihnen auf eine überdies herausragende Art zu Glanz und Würde verhelfen möchten.
Zu einer Würde der Einsicht in die Mechanismen der Welt und einer bestimmten Art darin eine umfassende Menschlichkeit und das menschliche Wesen hochzuhalten.

Dieser Übereinkunft kann eine darüber hinaus gehenden und in BDSM-Kreisen nicht unübliche Vereinbarung als Ausdruck von individueller Glückseligkeit und völliger Achtung des eigenen Selbst und des, oder der anderen folgen.

Bestehendes öffentliches Recht wird in keiner Form missachtet oder missbräuchlich verwendet, zumal dieser Text weder einen offiziell, noch einen privat bindenden Vertrag im Sinne der Judikatur darstellt.
Vor allem die zwischen den beiden Unterzeichnenden zu verhandelnden und zur Diskussion stehenden, aussergewöhnlichen Bezeugungen und Vorgehensweisen einer solchen BDSM – Verbindung, beinhalten weder Körperverletzungen noch Einschränkungen der Person, oder unter falschen Tatsachen vorgespiegelte Ereignisse zur fälschlichen Erzielung eines ähnlichen Effektes, der aber tatsächlich mit den hohen Standards von BDSM nichts zu schaffen hat.
Der Sinn einer solchen Übereinkunft soll ganz im Gegenteil ein freiwilliges Zeugnis des gegenseitigen Einverständnisses in die Praktiken und Rituale einer solchen Gemeinschaft, Lebenspartnerschaft und dieses Beziehungsmodells ablegen und zur Berufung auf ebenjenes befähigen, so dass gerade Missverständlichkeiten dieser Art jederzeit bereinigt werden können und es soll im weiteren vor allem dazu etwas beigetragen werden, dass sich die einzelnen ihre Verpflichtungen stets selbst vor Augen führen können.


Haupttext

Alle Teilnehmer dieser Vereinbarung sind sich Ihrer jeweilig gewählten Verantwortung
in deren vollen Tragweite bewusst und werden alles dazu beitragen dieser nachzukommen.
Spezielle Ausnahmen stellen die Aufkündigung, oder Verlängerung, beziehungsweise Abänderung dieser Übereinkunft dar, welche jeweils zum Ablauf eines vollen Jahres zum Abschlussdatum erfolgen können.
So soll an diesem besonders hervorgehobenen Tag jedenfalls eine Besprechung und Reflexion der vergangenen gemeinsamen Zeit liegen, Veränderungen überdacht, aufgenommen und besprochen werden, damit sich das gedeihliche Zusammensein weiter entfalten und entwickeln kann.
Wird die Bindung aufgelöst, möge auch das überdacht, dargelegt und kommuniziert werden, um das Scheiden und den weiteren, getrennt beschrittenen Lebensweg nicht unnötig zu überschatten und zu belasten.
Im Zuge eines Fortlaufes wird mit handschriftlichem Zusatz Datum und Unterschrift erneut angebracht, anderen Falles das Schriftwerk ebenso mit Datum und Unterschrift als aufgekündigt erklärt, eben wiederum zu dem Zweck, dass jedwede Ansprüche zu beider Gunsten erklärt und beigelegt werden können.

Kommt es aus irgendwelchen Gründen schon vor der oben zitierten Frist zu einer Auflösung, so muss diese ebenso mit Datum und Unterschrift der einzelnen Personen geleistet werden.
Kommt es zu außergewöhnlichen, aber letztlich durchwegs gewöhnlichen Szenarien, die in jeder anderen Form einer Beziehung ebenso vorzufinden sind, wie eine plötzliche Veränderung der Lebensumstände, oder der Lebenspläne, mit möglicherweise ausserdem strittigem Charakter, so erlischt die Übereinkunft ab diesem Zeitpunkt, oder ruht bis zu einer Wiederaufnahme, was beides wiederum handschriftlich und mit Unterschrift auf dem Blatt bekundet werden soll.

Das Herz/ die Seele: In eingangs erläuterter Form der Lebensgemeinschaft zwischen zwei -oder mehr -gleichgeschlechtlich liebenden, erwachsenen Männern, gibt es drei grundsätzliche Möglichkeiten der Rollenübernahme und Beipflichtung, der damit übertragenen Verantwortung:

1.) Der "Sklave": der Sklave ist ein nicht hoch genug einzuschätzender Mann, welcher seine ganze Existenz für das Wohl und die Dienste an einem anderen von ihm begehrten, geliebten oder verehrten Mann einsetzt.
Was hier für Aussenstehende als die krasseste Form von Erniedrigung aussehen mag, denen sei nur kurz gesagt, dass sie nicht wissen können worüber sie befinden und sich bitte vorerst ein Bild machen mögen.
Der Sklave hat die herausragende Erfüllung in seinem Verlangen sich zu perfektionieren und seine Strebungen dem Willen eines anderen zu übergeben, zu finden und eben darin gefunden. In einem Status vollendeter Hingabe.
Zwei Dingen sei hier gleich vorweg ebenfalls Abhilfe geleistet: Erstens, dass es keine Umkehrungen der festgelegten Rollenverhältnisse bis zu deren Aufhebung geben kann.
Zweitens, hat der Sklave alle seine Anliegen in demütigster und unterwürfigster Art und Weise vorzutragen und achte auf seine Wortwahl und die von ihm gebrauchte Anrede, so sind selbst zuerkannte Bezeichnungen und Wunscherfüllungsvorstellungen grundsätzlich untersagt, auch deren nachhaltiges, oder sonst wie insistierendes Betreiben zur Durchsetzung haben zu unterbleiben.
Er kann aber jederzeit von seinem Recht der Besprechung vierteljährlich und nach Ansuchen Gebrauch machen und in den konkreten Ausformungen ein an ihn vergebenes Safeword zu Rate ziehen.
Das heisst, dass mittels eines Codewortes, welches ihm ausgesprochen und ebenso schriftlich im Vertrag einzusetzen ist, er die Möglichkeit hat, seine äussersten Belastungsgrenzen zu wahren und Pausen, beziehungsweise Auszeiten zu nehmen.
Diese sollen aber nicht länger als unbedingt notwendig dauern und können ihm auch vorgegeben werden.

Nochmals: um eine lächerliche und groteske Umkehrung der Verhältnisse einer BDSM– Bindung zweier (oder mehrerer) Männer aneinander zu vermeiden und möglichst auszuschliessen, werden alle Befugnisse, die über das Existenzminimum hinausgehen dem Sklaven aberkannt.
Das Existenzminimum soll beschrieben sein, in einer eigenen Gesundheitsversicherung und einer eigenen Beschäftigung zum Einkommenserwerb. Darüber hinaus können alle möglichen Formen des persönlichen Fortkommens und der Bildung, sowie der Ausübung von privaten Interessen, Vermögen und Anliegen, überdies spirituell – religiöser Individualität, hinzukommen, sofern es sich nicht zeigen sollte, dass diese für die Beziehung kontraproduktiv sind.
Auch reicht es zur Genüge aus, wenn der Sklave mittels seines Einkommenserwerbes einen Lebensstandard aufrecht erhalten kann, welcher es ihm ermöglicht nach einer Beendigung der gemeinsamen Zeit wieder in ein eigenes Leben zurückzufinden.
Die darüber hinausgehenden finanziellen Erträge sollen dem gemeinsamen Haushalt
zukommen. Dieser wird separat weiter unten ausgeführt.
Auch hier werden die individuellen Überlegungen zum Tragen kommen, jedenfalls steht es dem Sklaven aber nicht zu, mehr als diese Basis zu fordern, diese aber ist unabdingbar.
Ebenso kann es in Bezug auf die sozialen Kontakte des Sklaven zu Änderungen kommen, über welche er nicht zu befinden hat.
Dem Sklaven sei aber gesagt, dass er im besonderen auf die sexuelle Sorgfaltspflicht Wert und seine Aufmerksamkeit darauf legen sollte, um zu erkennen, ob er sich in den richtigen Händen befindet.
Grundsätzlich haben seine sexuellen und erotischen Vorlieben aber kein unbedingtes Gewicht und können ignoriert, oder nach Massgabe behandelt werden.
Ausnahmen diesbezüglich stellen lediglich von Anfang an demonstrierte Vorbehalte dar, die berücksichtigt aber im weiteren als nicht unüberwindbar erachtet werden, hier kommt wieder der Einsatz des Sicherheitswortes zum Tragen, sowie die Aufforderung sich beizeiten mitzuteilen und die dafür vorgesehenen Plätze auch zu nutzen.

2.) Der "Switch": dieser findet hier ebenfalls eine hervorgehobene Erwähnung, da dessen Evidenz innerhalb der Rollenbilder nicht von vorne herein auszuschliessen und dieser Status innerhalb der Szene im Ansteigen begriffen ist. Der Switch findet sich in dem überaus schätzenswerten Mann, welcher beide Seiten des BDSM in eine solche Beziehung einbringen und auch so deklarieren möchte.
Er sucht Hingabe in Formen von aktiver, wie passiver Erziehung und Bildung und Erbauung. Diese Veranlagung sollte überdacht und ausgelotet werden, damit es nicht zu gravierenden Uneinigkeiten im Gleichgewicht der Beziehung kommt.
Eine exzellente Variante, um zwei eher dominante Männer aneinander zu binden, sodass sich eine ausdauernde Gestaltung des gemeinsamen Lebens bewerkstelligen lässt.
Theoretisch können auch zwei Sklaven so eine herrenlose Zeit gut überbrücken und auch bekennende Switches werden vermutlich miteinander viel aufregende Zeit verbringen, da sie vielleicht weniger auf ihr Image zu achten brauchen und sich mehr auf den SM-Sex konzentrieren können. Die Kombination Switch-Switch ist überdies sehr oft unbedacht in Vanilla- (= alle anderen Formen von) Beziehungen anzutreffen.
Sie ist auch brauchbar bei schwer zu vereinbaren Positionen, aber einer trotzigen und durchaus gelungenen Zuneigung.
Auch Phasen der Umstrukturierung und der erneuten Selbstfindung können so spannend integriert werden und Raum schaffen für Entwicklung.
Es sei aber wiederholt angebracht, dass es erfahrene und reife Charakter für solch ein Unterfangen benötigt, um mit den anfallenden Dissonanzen fertig zu werden.
Eher nichts für Anfänger und solche die ohnedies schon zu Diffusion, beziehungsweise unklaren Machtverhältnissen und deren Herausforderung neigen.
Alles in allem unterliegt der Switch aber dem Befinden des Partners ebenso sehr, wie der Sklave und auch der Herr es letztlich tun und es können alle Möglichkeiten des Ausgleiches, wie der Auflösung bestehender Vereinbarungen in Anspruch genommen werden.
Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass diese Übereinkunft unterstützenden und keinenfalls rechtsverbindlichen Charakter hat. Wer allerdings im Zuge einer BDSM-Beziehung (Mann erinnere sich an das Vorbild "Ehe"!) rechtsgültige Verträge zum eigenen Nachteil abzuschliessen gedenkt, der sei gewarnt vor deren schwerwiegenden Konsequenzen.


3. Der "Herr": der Herr findet sich in jenem edlen Mann, der bereit ist seine gesamte Kraft, sein Wollen und Können, seine Zuneigung und seine Lust in einem anderen Mann zu bündeln und auf diesen mit ganzer Intensität und Klarheit zu konzentrieren.
Er hat die bestimmende und beherrschende Rolle in der BDSM- Beziehung, der auch ganz deutliche Verantwortungen und Wissen zukommen und obliegen.
Der Herr verfügt über den anderen mit einleuchtendem Gewicht in all dessen Belangen und steuert diese nicht nur zu seiner wesensgemässen Freude, sondern dem auch von ihm eingeschauten Wohle der Partnerschaft.
Alle Bereiche sollen von seinem Befinden und seiner ihm als sinnvoll erscheinenden
Ausgaben und Konkretisierungen erfasst sein.
Er verwaltet und kontrolliert notwendige Finanzen, gemeinsame förderliche Ziel und etwa Reisen, bis hin zur Kleidung und der blossen Erscheinung des sich ihm Anvertrauenden und Anvertrauten.
Unterhalb der allgemeinen Oberfläche kommt es ihm zu alle Vorgaben für einen gemeinsamen Haushalt und die persönliche Hygiene zu machen.
Ebenso werden alle Abläufe in der Beziehungsgestaltung und auch der Aussenkontakte von ihm genehmigt, oder abgelehnt.
Er kann und sollte in seiner Rolle auch über ausreichende Könnerschaft und Erfahrung verfügen, sodass der übergeordnete Sinn seiner Entscheidungen ersichtlich und spürbar wird.
Der Herr hat uneingeschränkte Vollmacht über alle Themen, die das erwähnte Existenzminimum übersteigen, in manchen Fällen wird auch dieses nach einer Zeit aufgehoben, was sich aber längerfristig kaum als produktiv herausstellen wird. Prinzipiell kann er es aber in Frage stellen, vor allem, wenn er meint, dass damit ein für die Beziehung zwingend notwendiger Aspekt seine Bestimmung findet, wie etwa bei angestrebter völliger Zugehörigkeit und bedingungsloser Hingabe.
Er übernimmt in so einem Falle aber wiederum ebenso eine weitere Verantwortung, die sehr schwer abzuschätzen ist.
Es kommt dem Herren zu alle Regeln aufzusetzen und diese zu kommunizieren, die Besprechungen werden hier vierteljährlich und volljährig die Übereinkommensprolongierung oder -auflösung festgesetzt.
Auch alle Abläufe insbesondere der sexuellen Manipulation des anderen gehen von ihm aus, was von ihm angesetzt wird, findet eine Ausführung.
Der Herr hat beständig die Bezeugungen des anderen einzufordern, damit er gegebenen Falles erkennen kann, in wie weit sich der andere wirklich darauf schon, oder erst, einlassen kann, oder dazu überhaupt bereit, beziehungsweise fähig ist, um ihn zu unterstützen. Allerdings bleibt ihm die Wahl der Mittel dazu überlassen.
Es ist ein besseres Zeichen, wenn er viel fordert um die Spreu vom Weizen zu trennen und für sich selbst auch erkennen zu können in welchem Gebiet seiner Kunde er sich bewegt und um sich seiner selbst positiv und aufrichtig zu vergewissern.
Auch hier nochmals: Es sollte auf gar keinen Fall falsch eingeschätzt werden worauf ein Herr hinauswill, nämlich auf die gänzliche physische – materielle, wie psychisch –ideelle Besitzergreifung des anderen.

Der Kopf/ der Geist: Es werden nun die wesentlichsten Begriffe und Zentren einer BDSM – Beziehung wie sie hier zum Tragen kommen soll, aufgegriffen und ausformuliert.

DER HAUSHALT: Ist ein gemeinsamer -selbst wenn er in zwei Wohnungen stattfinden sollte- denn es soll die allgegenwärtige Ausübung der oben beschriebenen Rechte und Pflichten jederzeit und unmittelbar zum Ausdruck kommen können. Es soll keinen Winkel geben in dem der eine Ruhe vor dem anderen finden kann. Das heißt, dass ja auch der Herr durch die ständige Anwesenheit des Sklaven in irgendeiner Form in Mitleidenschaft gezogen wird, dieser ist natürlich mit den hier innewohnenden Gesetzmässigkeiten beizukommen.
Nähe und Dichte sollen gefördert und nicht ausgelagert, oder unterbunden werden können und wenn dann wiederum nach den BDSM– Standpunkten.
Denn, wenn es dem Herrn einmal zu eng wird, kann er den Sklaven ja in der Besenkammer schlafen lassen und nicht umgekehrt !!
Das wäre ja eine Verballhornung sondergleichen.
Ein Witz geradezu.
Vorsicht vielen ist dies so nicht ganz einsichtig, bevor sie es nicht einmal erprobt haben, denn selbst auf einem Spannteppichboden eine Nacht zu verbringen, kann äusserst ungemütlich sein.
Natürlich lassen sich allerlei Variationen anfügen.
Hier gilt wiederum das Sicherheitswort und die aufrichtige und devote Ansprache.
Der Haushalt ist das exklusive Zentrum der Begegnung und des Ausagierens.
Dieser kann nach freiem Gutdünken gestaltet und etwa möbliert werden, nichts desto trotz sind Geschmacksfragen Herrenfragen, wobei dieser natürlich seinem Sklaven zuliebe einige Raffinesse darin investieren wird, zumal er ja über ein gemeinsames Einkommen verfügen kann.
Gerade hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, um einen einmaligen Ausdruck für die erlesenen Gedanken und Empfindungen zweier delikater Geschöpfe zu finden.

Vergesst nicht darauf eure jeweils sehr privaten Angelegenheiten auch diejenigen finanzieller Natur unter Dach und Fach zu bringen und zwar so, dass jeder von Euch damit wirklich gut und sinnvoll leben kann. Auch hierin liegt eine grosse Verantwortung, die niemandem abgenommen werden kann, nicht nur für die eigenen Belange klar einzutreten, sondern auch in Hinblick auf den oder die Partner bzw. eine Lebens-Gemeinschaft brauchbare und belastbare Entscheidungen zu treffen.
Das Leben ist vielfältig und wechselhaft, ein Partnerschaftsvertrag kann da schon einiges zum Vorteil für alle Beteiligten bewirken. Nur keine falsche Bescheidenheit, wendet euch dazu ruhig einmal an einen Rechtsanwalt eures Vertrauens, allein schon um möglichst viele Informationen für euch und eure konkrete Lage in Erfahrung zu bringen.

DER AUSGANG: Da es im Interesse des Herren liegen wird, dass sein Sklave den notwendigen Unterhalt beibringen kann, werden klare Vereinbarungen diesbezüglich getroffen werden. Der Sklave wird sich aber im Klaren sein müssen, dass Trödeln und Vagabundieren ausserhalb der bekannten Arbeitszeiten einmal grundsätzlich untersagt sind und er beständig dazu angehalten ist jede Änderung und jede Ausnahme bekannt zu machen.
Jede Entfernung aus dem gemeinsamen Haushalt ist anzukündigen und kann auch schlicht abgesagt werden, wenn dem Herrn die Notwendigkeit hierfür nicht aufscheint.
Auch bezüglich der Verhaltensweisen, oder Besonderheiten in der weiteren Umgebung lassen sich verschiedenste Feinheiten anfügen, denen der Sklave nachzukommen hat.

DAS AUFTRETEN: Dem Herrn unterliegt jede Spezialität darin. Grundsätzlich kann er seinen Sklaven in knallrosa Pumphosen ins Büro schicken, was einmal im Jahr sicherlich sehr unterhaltsam ist, auch öffentliches Bekennen zu seiner Bestimmung erscheint angebracht.
Besonders Schmuck und Amulette und dergleichen seien hervorgehoben.
Der Sklave ist mancherorts kahlrasiert, schmucklos, in der Wohnung oftmals nackt.
Das ist alles möglich, denn auch hier hat er sich mit den Anordnungen und seinen eigenen Wünschen abzufinden.
Bezeugungen der gegenseitigen Verbundenheit schaden jedoch nie.
Auch diese wählt der Herr.
In der Öffentlichkeit hat der Sklave beim gemeinsamen Erscheinen mit seinem Herrn diesem jede geforderte Referenz und grösstmöglichen Respekt zu erweisen, was immer hier aufgestellt wird, ist zu bringen.

DAS BENEHMEN: Auf dieses ist grundsätzlich immer viel Augenmerk zu legen.
Worin immer es auch bestehen mag, wie zum Beispiel aussagekräftiges Furzen bei Tisch, kräftiger Schweißgeruch zum Digestif und wenn der Sklave dafür vorher drei Runden um den Block oder das Lokal laufen muss.
Teller mit den Zähnen halten, oder eine Wichsmassage während der Arbeit am Computer. Bei allen Einfällen die dem Sklave auch spontan dazu kommen mögen, bei allen geilen Wünschen die auftauchen und bei allen noch so holprigen, oder mühseligen Anweisungen, wie etwa mit einem Staubtuch im Mund aufzuwischen, sollen die Regeln der gepflegten Anrede und der äussersten Offenheit und Bereitschaft stets gewahrt werden, worin diese dann auch bestehen mögen.
Auch um Sprecherlaubnis muss im Vorfeld angesucht werden, denn es gibt nichts Anstrengenderes als sinnloses Geplapper.
In all diesen Nettigkeiten und Zuvorkommen kann der Sklave grosses Glück finden, vor allem wenn er sie erst einmal zu nehmen weiss und begreift, wie er sich darin einbringen kann, ohne in Passivität zu verfallen. Wie gesagt, es ist alles eine Frage der Hingabe und nicht notwendigerweise der Selbstaufgabe.

BILDUNG/ REISEN: Der Herr kann Fertigkeiten oder spezielle Talente seines Sklaven nützen und zur Entfaltung bringen, steht aber diesbezüglich nicht unter Zugzwang. Auch hier gelten wiederum die Einschätzungen des Herren in Bezug auf die Gesamtsituation. Es überbleibt ihm vollkommen Massgaben dafür zu machen und seiner Verantwortung entsprechend nachzukommen, motiviert er seinen Sklaven zu etwas, dass dessen Bildung und Level formt und erweitert so mag er das tun.
Empfehlenswert ist sicherlich ein gutes Zusammenspiel von anregenden Faktoren zu mixen und in Schwung zu halten, gerade auch um die Gesamtheit der Beziehung zu erfrischen und zu erfreuen.
So kann es aber auch eine unglaubliche Erbauung sein, wenn der Sklave das Alphabet rückwärts aufsagen kann und bei passender Gelegenheit damit brilliert, überdies wo das Fernsehprogramm dermassen zum Kotzen ist.
Nun auch das könnte einmal wünschenswert sein, auf Kommando den Bildschirm anzuspeien.
Oder die Koffer auf sehr besondere Weise für eine Reise nach Xy zu packen.
Bezüglich offizieller Meinungen hat der Sklave seinem Herrn Abbitte zu leisten und bei gegebenen Anlass diesen Standpunkt zu vertreten, denn es wird einen Grund haben, weshalb der Herr so und nicht anders befunden hat.
Der Herr ist in der Öffentlichkeit in seiner Erscheinung, Ganzheit und Unnahbarkeit vom Sklaven zu wahren, auch wenn vieles im privaten Zusammensein diskussionswürdig sein darf.

VERANTWORTUNG: Diese sei einmal in einen gemeinsamen und zwei je sehr spezifische Bereiche gegliedert.
Die Verantwortung des Sklavens ist naturgemäss eine andere als die des Herren.
Der Sklave ist jedenfalls verantwortlich für alle Aufgaben die ihm übertragen wurden und für brauchbare Rechenschaft über die ihm zugeführten Güter und übergebenen Pflichten.
Er hat diese zur vollsten Zufriedenheit und nach bestem Gewissen zu erfüllen.
Liegengebliebenes ist nachzuholen etc.
Er möge sich überdies des vollen Umfanges bewusst werden und sich darüber ein Bild machen.
Es geht nicht an, dass ein Sklave die Existenz seines Herren in irgendeiner Art in Gefahr bringt oder veruntreut.
Der Herr erbringt seine Verantwortung, indem er seinen Sklave in bestmögliche Attraktivität und Form bringt und veranlasst sich darin weiter einzubringen.
Er übernimmt die grundlegende Sicherheit und Versorgung seines Sklaven als ein Eigentum, das es zu schützen und zu bewahren gilt.
Ein guter Herr wird nicht dulden, dass sein Sklave sich irgendwelchen Weisen schädlicher, oder abträglicher Verhaltensweisen befleissigt oder diesen nachgeht.
Das gilt besonders für alle Formen sozialer Verwahrlosung oder Überdrusses, beziehungsweise rufschädigenden Treibens.
Die gemeinsame Verantwortung liegt im gegenseitigen Umgang mit dem auftretenden Gefälle und dessen gleichzeitiger Kultivierung. Ein Herr hat sich selbst unter bester Kontrolle zu haben, unablässig davon, dass er urteilen und zur Tat schreiten wird, ebenso wie der Sklave beständig sich seiner Ausgeliefertheit wie Bedürftigkeit versichern darf.
Auch die gemeinsam erarbeiteten Errungenschaften einer extremen Partnerschaft sind gemeinsam zu bewahren und zu fördern, mehr noch als sonst irgendetwas.
Ein Sklave kann seine Verantwortung nicht in einen Bereich ausdehnen, welcher den Herren absichtlich oder unbewusst zu einem Erfüllungsgehilfen werden lässt, so ist ein quasi autonomer Sklave mit überdies eigenem Sexstall suspekt und eher unter Gespiele einzuordnen als ein wirklich anzustrebender Gefährte für eine intensive SM-Beziehung.
All das sollte jedenfalls mit Hilfe auch dieser schriftliche Unterlage im Vorfeld geklärt werden.
Ebenso sind selbstherrliche Herren, die den Sklaven als ein Objekt in einem negativen oder schlicht einem dummen Sinn ansehen, eher als Freier ohne cash, oder skrupellose, beziehungsweise gedankenlose Ausbeuter, einzustufen, denen es aus dem Weg zu gehen, oder im Ausnahmefall beizukommen, gilt.
Hier liegt auch noch ein besonderer Fall der Verantwortung im Pfeffer, nämlich zu erkennen wer BDSM auf einer grundlegenden Fehleinschätzung aufzubauen versucht, was in einem Strudel aus Verschlimmerungseffekten enden kann.
In solch einer Begebenheit, die oft auch ohne Beabsichtigung geschehen kann, möge ein Ort der Besinnung aufgesucht werden, da ständig rückkoppelnde, seelische Echos nicht nur das interne Gefüge zerrütten, sondern auch zu faktischen Missständen führen, die Verantwortung und die Fähigkeit dazu gänzlich ad absurdum bringen können.
Was überdies dann besonders kritisch werden kann, wenn einer der Partner, beide, oder die Teilnehmer zusammen im Zuge des Geschehens ihre tatsächlich existierende, offizielle Verantwortung einem staatlichen Rechtssystem gegenüber aus den Augen verlieren sollten.

Der Körper/ der Sex: Auch hier gilt, der Herr verfügt über den Körper wie über den Sex des Sklaven und nicht umgekehrt. Der Sklave hat die Möglichkeit sich seiner ausformulierten Handhabungen zu bedienen, um eine Stellungnahme zu allen Praktiken und sexuellen, wie sinnlichen und in Verlängerung den darin angewandten mentalen Clous zu machen. Er möge diese bitte unbedingt nutzen und sich nicht in einer Verstimmung vergraben, die zu nichts führen kann. Gerade dann und dort herrscht bei Beibehaltung der Anredeformalitäten grösstmögliche Expressivität und von Seiten des Herren seinem Sklaven gegenüber die darin liegende, sicherlich oftmals beissende Aufforderung an passender Stelle den Mund voll zu nehmen und sich mitzuteilen, um gerade wiederum diese Freiheit zu steigern.
Allein schon um nicht in Eintönigkeit zu erstarren, sondern zu Bewegung und zu gegenseitiger Befriedigung und Ekstase, wie Freude beizutragen.
Im Folgenden werden ganz besondere Vorlieben exemplarisch herausgegriffen, um diesen Abschnitt zu bebildern.

ERZIEHUNG: Ist ein unbedingtes und all gegenwärtiges Muss. Ohne Erziehung und Austausch über die darin innewohnenden Verhältnisse gibt es überhaupt keine BDSM–Beziehungsbasis. Es ist selbstredend, dass der Herr seinen ganzen Einfluss zur Formung seines geliebten Sklaven aufbringen wird.
Diese überbleibt ihm grundsätzlich, wird aber ebenso fundamental auf einer Gegenseitigkeit aufzubauen haben, denn anderen Falles ergreift der Sklave die Flucht und wenn auch nur aus Hasenfüssigkeit, zumeist aber auch aus phantastischer Unkenntnis, dessen was tatsächlich auf ihn zukommen würde.
Der Herr wird zwar nicht umhin kommen können seine Ansprüche geltend zu machen, so liegen aber nichts desto trotz zwischen "will and able" Welten. Gut ist es hier, wenn sinnlich anregende, stimulierende und entspannende Techniken, wie Möglichkeiten sich mit gefühlsmäßiger Anstrengung und Begehrens aufzuladen mit mentalem Training abwechseln und befördernd wie harmonisierend ergänzenErwähnung soll auch hier nochmals die Sinnhaftigkeit und reale Benutzung des "safeword" eines Sicherheits-Codewortes finden.
Allerdings hat der Sklave auf der anderen Seite die Vorgehensweise seines Herren grundlegend zu akzeptieren und ergehen zu lassen, denn er kann nicht wissen, weshalb der Herr nun ein Gespräch angesetzt hat, oder eine intensive sexuelle Begegnung, beziehungsweise eine Begegnung der Gefühle wünscht und erwirken will.
Auch hier gilt wiederum das BDSM–Grundthema ohne dem eine solche Verbindung nichts fruchtet.
Nachdem die Rollen gewählt sind, halten sie was sie versprechen.
Da es in diesem komplexen und aufwendigen Prozess des Kennen Lernens, der Verfestigung und Verbindung sicherlich zu Spannungen und Verstössen kommen wird, ja nachgerade kommen muss und soll, bleiben noch die Manuale des Herren zu erwähnen, welche er zur vollen Entfaltung bringen soll und will.

BESTRAFUNG: Diese beinhaltet spürbare und empfindliche Möglichkeiten zur Korrektur, oder zur Wiederherstellung eines gefährdeten oder in Frage gestellten Gleichgewichtes, ebenso ein Ventil für nicht zur Zufriedenheit ausgeführte Tätigkeiten oder aufkommenden Ärger, oder aus Spass und Geilheit an der Sache.
Ihr lustbetonter und dramatischer Charakter soll ruhig überbetont werden und erfordert einiges an Übung und Wissen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
Es ist am Herrn eine angemessene Bestrafung zu finden, oder einfach eine seinen Launen gemäss anzusetzen, denn er trifft damit ja auf die Grundbestimmung seines Sklaven innerhalb dieser verschiedenen Impulse aufzugehen.
Sofern sie von körperlich losgelöster Natur sind, bleiben sie im Ermessen und Feingefühl des Herrn, er weiss wann und wie er seinen Sklaven psychisch und physisch exponieren wird.
Wichtig ist die enorme Fokussierung und Konzentration vor allem was den Herrn betrifft, zumal er sich mittels dieser Werkzeuge seinem Sklaven ja auch zu erkennen gibt und sich auf einer Ebene mitteilt.
Um seine gefühlsmässige Betroffenheit unmittelbar zuzulassen und auch vital zur Schau zu stellen.
Denn der Motor hinter all diesen Handlungen ist und bleibt ja ein unauslöschliches Interesse am anderen, selbst wenn es sich in einer gedehnten Langeweile manifestiert und nach einem fehlerlosen Aufsatz zum Beispiel mit dem Thema - “Wie mein Sklave mich langweilen darf.“ - mündet.
Dieser kann dann korrigiert und vollgespritzt werden.
Es sollte eine einigermassen eingespielte, kleine Liste von Bestrafungen geben, die im einzelnen aufgelistet werden, um dem Sklaven einen gewissen Halt zu vermitteln.

ZÜCHTIGUNGEN: sie sind eine verschärfte Variante der Bestrafung und sind abhängig vom erträglichen Härtegrad.
Zwei bis drei unterschiedliche dieser Gruppe sollten aber jedenfalls nicht fehlen, um eine gewisse Würze in den Alltag zu bringen und ordentliche Manöver zu ermöglichen.
So sind Schläge ins Gesicht anders anzusetzen als Gertenhiebe oder Peitscheneinsätze.
Der Sklave wird eine saftige Ohrfeige bei einer von ihm geäusserten, selbst unbeabsichtigten Beleidigung erdulden müssen und ertragen, bei einer möglichen Verfehlung der Etikette sind Gertenhiebe effizient, Peitschen neigen zu Verstärkungen des sexuellen Rausches und haben von Haus aus einen stark sinnliches und erotisches Charisma, welches allerdings nicht von jedem vertagen wird bzw. zur vollen Entfaltung gebracht werden kann.
Sie einzusetzen ohne in einen Orgasmus zu spielen, ist pure Verschwendung und dem Sklaven sicherlich nicht nachvollziehbar.
Bei blosser Schlaglaune empfiehlt sich ein Paddel beziehungsweise eine Schlimme Hand, sie wirkt sanft und neutral, es lässt sich anschließend in die Arbeit gehen und auf glühendem Hintern sitzen und das mit Wonne. Auch Fliegenklatschen tun anstelle von teurem Sexspielzeug in diesem Zusammenhang hervorragende Dienste und haben schon so manchem beim blossen Anblick dieser wohlige Schauder über den Rücken gejagt.
Sich auf eine solche Behandlung einzustimmen, tut jedenfalls gut und verstärkt die knisternde Atmosphäre, sowie die Bereitschaft sich fallen zu lassen und einander zu begegnen.

DRILL: Bedeutet regelmässige Befolgung und Überwachung von Anordnungen bei Strafandrohung. (siehe "military")
PUTZDIENSTE: Naja, das ist ja nun wirklich selbsterklärend, wobei von verschissenen Toiletten bis zur French Manicure alles Mögliche auf alle nur erdenkliche Arten und Weisen geputzt werden kann. Was natürlich auch für "dirty dicks" gilt!

DEMÜTIGUNGEN: Sie sind eine subtile und unfehlbare Methode Härteres vorzubereiten, oder den Gang der Dinge aufzumischen.
Sie will gekonnt sein und jeder von uns wird darauf auf seine ganz eigene Art unmittelbar reagieren und es wird ersichtlich was wie trifft und was es tut.
Demütigungen sind mit Bedacht einzusetzen und nach einer Phase der Beobachtung um aufgrund ihrer möglicherweise sehr starken emotionellen Wirkung bei jeweiliger individuellen Vorgeschichte nicht daneben zu hauen und blindlings und unwiderruflich zu verletzen.
Sie lässt sich mit Fragen intonieren und ist sowohl über die Wortwahl, wie über das Abklopfen Befindlichkeit, steuerbar.
Grundsätzlich soll sie dazu beitragen festgefahrene Vorstellungen und Zuweisungen zu sprengen. Auch subversiv mitschwingende Vorbehalte können dem Sklaven damit ausgetrieben werden.
Er hat von und vor seinem Herren nichts zu befürchten, nichts lächerlich zu machen oder arrogant zu kritisieren.
LUSTKONTROLLE: Das Glied, die Hoden, der Orgasmus und das Ejakulat des Sklaven gehören dem Herrn allein. Hier sind alle Mittel anzubringen, die angebracht sind.
Ein möglicherweise zu lustbetonter Sklave sollte einen Keuschheitsgürtel tragen.
Oder eine Schwanzklammer, die verhindert, dass er sich selbst oder anderswo eine schnelle Abhilfe seiner Geilheit verschafft.
Der Sklave hat seinem Herrn den Orgasmus und das Sperma demütig entgegenzubringen und ihm gänzlich auszuliefern und zur Verfügung zu stellen.
Neigt der Sklave zu Lustunfreudigkeit ist ihm diese abzugewöhnen.
Eine gut Übung hierfür wäre ihn ständig zu ermahnen sein Glied appetitlich und schön zu präsentieren, um einen Stolz darauf an den Tag zu legen, der dann bei Bedarf wieder etwas eingedämmt werden kann.
Abbinden und dergleichen kommen hier auch zum Zug.

BEFRIEDIGUNG: diese kann mehrfach ausgelegt werden, denn Befriedigung zu erfahren kann verschiedene Qualitäten annehmen. Und ist abgesehen davon ebenso von der Laune und Lust des Herrn sowie des Sklaven abhängig. Mag dieser auch noch so um Spritzerlaubnis betteln, muss diese nicht gewährt werden, auch kann er bei gleicher Faulheit dazu angetrieben werden sich sehr wohl zu ergiessen.
Zwei Spielarten seien aber wegen deren besonderer Art hervorgehoben.
Die eine ist die Befriedigung die dem Herrn beständig nach seinen Vorgaben zukommt und jederzeit zu erfüllen ist, wo auch immer, wie und wann auch immer, der Sklave hat diese stets zu gewährleisten.
Die andere ist ein sogenanntes regelmässiges "Melken" des Sklaven, welches einzig dem Zweck der Samenentleerung dient und auch ohne Orgasmus erfolgen kann, also ohne eine Form von anregender Beteiligung und dazu dient dem Sklaven die Unbedingtheit der ganzen Angelegenheit einerseits zu erleichtern, andererseits aber auch ganz klar zu demonstrieren.

HILFSMITTEL: Unter Hilfsmittel lassen sich alle Gegenstände begreifen, die in täglichen wie sexuellen Ritualen brauchbare Verwendung finden können.
Hierein fällt vom Klistier über den Kochlöffel, die Gummipeitsche und Wäschekluppen alles. Hingewiesen sei hier ebenfalls noch auf das weite und vielgestaltige Einsatzgebiet von Sextoys, sowie von hygienischem Bedarfsmaterial, auch die Fetischartikel sollen hier noch Eingang finden, von der Rubberslavemask bis hin zum Sling.
BONDAGE/FESSELUNG: Diese besonders reizvolle Art des erotischen Zeitvertreibes spricht für sich selbst. Unter Bondage versteht sich eine mehr oder weniger kunstvolle Art den Sklaven mittels eigens dafür angefertigter Seile zu fesseln, zu knebeln, zu binden oder dessen weghängende Körperteile zu verpacken.
Die Fesselung lässt sich mit allem Möglichen bewerkstelligen, es gibt eigene Bondageseile, die sehr haut- und anwendungsfreundlich sind, die schönste ist natürlich eine mit Ketten- oder Lederfesseln.
Sinn und Zweck ist es dem Sklaven die Bewegungsfreiheit zu beschneiden und ihn gegebenen Falles ruhig zu stellen und ihm Momente glücklicher Erstarrung und völliger Anbindung und Auslieferung an seinen Herren zu erlauben.
Knebelung, das Verbinden der Augen und Zustöpseln der Ohren gehören auch dazu.

FICKEN: Ficken als Akt der Penetration, der Hingabe, einer Form von Auslieferung und Eroberung, unbeschadet wer sich ausliefert oder erobert wird, der Intimität und Zuneigung, der Liebe und des Sexes, der Lust und Unlust wie der Sexualität schlechthin, liegt unter der alleinigen Bestimmung des Herren.
Egal wie und wann, gefickt wird, wenn er es möchte und sonst nicht.
Dazu kommt, dass ja auch die sexuelle Identität hierbei wesentlichen Anteil hat.
Egal wie ein Herr auftreten mag, oder welche Gestalt ein Sklave hat, annimmt bzw. annehmen muss, oder sich beide dynamisch entwickeln, der Herr als der bestimmende Teil dieser Verbindung kann in allen Eventualitäten Einfluss und Korrekturen vornehmen. Selbst ein zum Ficksklaven abgerichteter Sklave wird das aufgrund seines Herren bereitwillig erfüllen, oder bei gravierenden Dissonanzen seine Möglichkeiten aufsuchen die Verbindung zu beenden.
Zumeist wird sich eine gewisse Harmonie der Beteiligten einstellen, um eine gedeihliche Basis zu erreichen, dies muss aber bei gleichzeitiger Überlagerung anderer Elemente durchwegs nicht unbedingt sein.
FISTEN: Stellt eine erwähnenswerte Sexualpraktik und Könenerschaft dar, allein schon da sie nicht jedermanns Sache ist. Vorab sollte sie einmal besprochen werden, um Durchführbarkeit und die verschiedenen Durchführungsoptionen zu erklären und abzuklären.

KÜSSEN: Bloss weil es jeder von uns schon einmal gemacht hat, bedeutet das noch lange nicht, dass es nicht auch Teil der Erprobungen innerhalb einer SM-Beziehung sein oder werden kann.
Lasst euch offenen oder geschlossenen Auges darauf ein und fordert jedenfalls höchsten Einsatz!
BLASEN: Ist selbstverständlich und gehört zu den must haves einer Beziehung, ein Sklave der diesbezüglich zimperlich erscheint, darf entweder den Dienst quittieren oder findet sich drein.

PISSEN/SCHEISSEN: Auch hier gibt es wenig Wahl. Der Umgang mit diesen allzu menschlichen Veräusserungen ist einfach Teil der Pflicht und weniger der Kür.
ESSEN/TRINKEN: Es mag erstaunen, dass diese eine eigene Erwähnung finden, sind sie jedoch wesentliche Träger einer Gemeinschaft und haben daher einen besonderen Stellenwert. Der Sklave wird sich dabei mit allerlei Innovationen arrangieren, beziehungsweise überraschen und begeistern lassen.

DARÜBERHINAUS: In diesem Absatz geht es einmal grob umrissen um ganz spezielle und einmalige Szenarien und Instrumente, die der konkreten SM–Verbindung ein ganz eigenes Gewicht verleihen können.
Einerseits können hier individuelle Merkmale, wie ein Faible für Fetisch, Doktorspiel oder Gefängnishaltung Platz finden, andererseits sollen auch Risken und Gefahren von etwa Mumifizierung oder andere ungewöhnlicher, aber evidenter Umgangsformen erwähnt werden.
Ihr seid es, die ihr miteinander ein schönes und aufregendes Spiel der Gefühle, der Gedanken und der Erregungen spielt!
Ihr könnt dabei nur gewinnen!

Ehe es dabei aber anders kommen sollte, brecht allein schon in eurem eigenen Interesse unverzüglich alle Aktivitäten ab und zwar noch rechtzeitig bevor ihr in irgendwelche tragischen Verstrickungen verwickelt werdet und spielt woanders, notfalls mit jemand anderem weiter.
Es kann ein Zeichen von grosser, wenn vielleicht auch letzter Zuneigung sein "Nein" zu sagen, oder sich von jemandem im richtigen Moment zu trennen oder zu verabschieden.

FINALMENTE: An dieser Stelle soll nochmals auf die grundlegenden Konzeptionen einer BDSM–Verbindung eingegangen werden. Der Herr ist die Ton angebende Partie, der Sklave hat zu gehorchen.
Hier sei im besonderen darauf hingewiesen wie viel ein Herr auf gefühlsmässiger Ebene von seinem Sklaven oftmals ertragen und dulden muss, um voranzukommen.
Seine Ventile und Lustquellen sind dann vielleicht nur ein schwacher Trost in einer schweren Stunde. Es ist durchwegs nicht so, dass sich einer der beiden auf seinen Lorbeeren ausruhen kann. Der Herr hat aufgrund seiner besonderen Kenntnisse über viele Bereiche des Lebens eine enorme Verantwortung, die eine ganz aussergewöhnliche Konstitution verlangen und die stets mit Bedacht, aber mit aller Durchsetzungsfähigkeit eingesetzt werden. Vor allem in den Bereichen des gegenseitigen und des gemeinsamen Lernens, dem Auffächern veralteter und vielfach feindlicher Gesellschaftsmechanismen, um bestehen zu können und als Paar so zu sein, bleibt viel am Herrn einiges hängen.
Es ist deshalb ratsam und nervenschonender sich ein ungefähres Bild zu machen und in einer Probephase vor Abschluss dieser Unterlage einander ausreichend kennen zu lernen und gemeinsam verschiedene Situationen zu erleben, um ein sinnloses, aber irgendwie auch vorhersehbares, unerfreuliches Ende möglichst zu vermeiden.

Da der Herr in einer meist sehr speziellen Form sein Amt bekleidet, wird der Austausch mit dem ihm Schutzbefohlenen und Untergebenen auch dort anzutreffen sein. Auch darüber liesse es sich kommunizieren und Erfahrungen, vor allem diejenigen, welche sinnlicher und aussersinnlicher Natur sind, können miteinander verarbeitet werden. Es soll nicht vergessen werden, dass BDSM nicht umsonst, abgesehen von den physischen Konzertstücken, mit den Bezirken spiritueller und stärkster seelischer Befindlichkeit verknüpft ist und dass diese genauso in irgendeiner Weise immer ihren Eingang eben dort finden werden. Manche BDSM–Paare haben ferne Kontakte, besondere Begabungen und Sensibilitäten, vermuten, oder wissen, sich schon von vorangegangenen Leben her zu kennen, oder in diesen einander wiederholt begegnet zu sein, oder haben intensive Ahnungen über ihre jetzige oder verbleibende Lebenszeit. Auch mysteriöse Umstände und aussergewöhnliche Bindungen sind hier oftmals konstituierend. Eine wäre zum Beispiel ein Meister-Adeptenverhältnis, oder andere Formen unterschiedlichster Begleitungen auf der Lebensreise, bis hin zur Reise in den Tod und in die geistige Welt.
So wird ein BDSM – Paar, welches aus irgend einem Grund mit Hiv oder Aids konfrontiert ist, andere Ausprägungen finden, als zum Beispiel eines, in welchem einer sehr vermögend ist, der andere aber aus unerfindlichen Gründen nie zu Geld kommt.
Oder in einem mit spannendem Altersunterschied, oder reizenden Gewohnheiten.
Auch unterschiedliche Stufen in der einschlägigen Erfahrung können sehr viel auslösen und gestalten. Die Kombination eines erfahrenen Sklaven mit einem unbedarften Herrn wird sicherlich ebenfalls eine ganz eigene Beziehung zustande bringen.
Hier sei erwähnt, dass es sich dann eben gerade nicht um aufzulösende, sondern zu durchlebende und integrierende Aktualitäten handelt.
BDSM ist auch ein Umgang mit dem was wir unter Schicksal verstehen und eine Möglichkeit damit klar zu kommen und diese in ihrer Mannigfaltigkeit zu geniessen.
Das Leben ist verdammt hart, positiv überwältigend, herausfordernd und stupide in seinen Implikationen und Freuden, Verführungen und Wirrnissen, wie genialen Erkenntnissen und seinem Glück, wie seinem Unglück. BDSM kann zu eine Lebensart heranreifen davor nicht die Augen zu verschliessen, oder verkrüppelt zu werden, was einem Menschen recht leicht widerfahren kann.

Da der dem Ganzen innewohnende Eros Psychogogus, wie alle anderen Eroten grausam sein kann und ein Schüler wahrhaft unwissend, möge dem wahren Herren gesagt sein, dass er darauf stets achten sollte und ihm selbst mit Hilfe des Wissens, dass er im Grunde über allen Dingen steht, eine besondere Ehrung wiederfahren, sich darüber nicht weiter zu bekümmern oder klagen zu müssen.
Sondern, dass er seine Talente weiter vertiefen möge, da er so im richtigen Augenblick die Zeit für Beginn, Abschied oder Veränderung erkennen kann, oftmals noch vor dem Sklaven selbst und Stärke diesen zu obwalten und darin gänzlich und in seine Kraft und Bestimmung zu vertrauen.
Das Paar soll mit besonderer Huld bedacht werden, seine sich entfaltende, gemeinsame Erotik
total empfinden und leben zu können. So möge der Kelch dieser Liebe jedenfalls getrunken werden und nie verschüttet.
Glück und Überfluss sollen hier zum Abschluss mitgegeben sein.
Friede und Anregung.

C.