CIR - DAS THEATER DER GEFÜHLE

Hast Du in letzter Zeit eine Galerie für Kunst besucht und die dabei laufende Ausstellung genau betrachtet? Was war es für eine Show? Was wurde gezeigt? Wie wurde es gezeigt? Und wie wirkte es?
Beim Spaziergang durch das Kunsthistorische Museum in Wien, einem der berühmtesten Ausstellungsorte der Welt für solche Objekte, die von den meisten von uns mit sofortiger Sicherheit als der Inbegriff von Kunst bezeichnet werden würden, war ich geschockt, als mich plötzlich die Einsicht überkam in was für ein überdimensionales Schreckenskabinett ich gelangt war.

Nirgend wo sonst in ganz Wien ist es möglich auf einem Haufen so viele Abbilder von zerstörten, gekreuzigten und getöteten Körpern zu sehen. Ich möchte hier auch das Phänomen der Abstraktion einmal in einem ganz anderen Zusammenhang nicht unerwähnt lassen. Andere Orte, um Dich selbst noch tiefer im ganz alltäglichen Drama der Gefühle und der Gewalt zu finden, wären eventuell noch der Platz vor Deinem Fernseher, oder, falls Du tatsächlich irgendwohin müsstest um einem der aktuellen Schlachtfelder auf dieser Erde beizuwohnen.

Die Menschheit ist durch ihre bloße Existenz gewalttätig. Daraus folgert, dass es eine Notwendigkeit in uns gibt unser aggressives Potential zu reflektieren und es wie viele andere Dinge auch weiterzuentwickeln.
Das erste was es festzuhalten gilt, ist, dass wir die Möglichkeit besitzen künstliche Bildnisse dieses gesamten Problems zu erzeugen, wie es zum Beispiel in theatralischen Handlungen geschieht. Besonders hervor zu heben sind dabei die Formen des Dramas und der Tragödie. Das weite Spektrum anderer Emotionen in diesen Stücken soll überdies mittels des Schlagwortes der Unterhaltung erwähnt werden, da beides ebenso stark mit Formen von Macht verknüpft sind, wie jene es ebenso umgekehrt mit den Gefühlen und mit deren Darstellung ist.

Objekte und Kunstwerke dokumentieren und konfrontieren uns mit unserer allgegenwärtigen Emotionalität, wie auch unserer Brutalität. Das hilft uns Katharsis - emotionale Reinigung - zu finden, Erleichterung und Hilfsmittel für unsere diesbezüglichen Fragen. In der Zwischenzeit haben wir daraus einiges an Wissen gesammelt. Gewalt ist eine grundlegende Möglichkeit das Chaos der Gefühle auszudrücken und stellt einen erlernten Vorgang mit der Umgebung und anderen Umständen umzugehen, dar. Das heißt, dass Aggression zu weitem das ist, was wir daraus machen, selbst wenn es die Vermittlung unserer Hilflosigkeit anbelangt und unserer Furcht davor unterzugehen. Was bedeutet es aber gegenwärtig zu überleben, oder überleben zu müssen und wie läßt sich das bewerkstelligen Aggression kann Dir dabei helfen Deine Gefühle zu reinigen und zu entfalten, oder wenn das nicht möglich sein sollte, dann kann sie diese zu Patronen in einem Gewehr werden lassen. Also, hast Du nun schon einmal richtig mit offenen Augen ferngesehen? Beobachte einmal Szenen des täglichen Lebens unter diesem Gesichtspunkt. Ab welchem Punkt kippst du in Formen von Gewalttätigkeit? Was könntest du dann tun? Was könnte dir helfen? Was würdest du dann brauchen?

Jeder von uns hat seine eigene, gewalttätige Ader und jeder von uns hat auch bestimmte Strategien mit dieser und ihren möglichen Auswirkungen umzugehen. Es mag auch eine genderspezifische Umsetzung bei gewalttätigen Handlung geben. Somit hat im Falle von Gewalt jeder von uns seine ganz persönliche Handschrift. Sexuelle und andere Vorlieben, wiewohl auch die innere Sinnhaftigkeit des Geschehenen werden dann in einer Handlung oder eienr vielleicht unumkehrbaren Tat wahrzunehmen sein. Wir denken und hoffen, dass wir niemals an einen Schauplatz eines solchen Gecshehens gelangen, tatsächlich sind wir aber mit einer Menge emotioneller Energie und unserer erlernten Ohnmacht angesichts dessen was in uns, aber auch in anderen steckt und uns oftmals umtreibt, verbunden. Wir entdecken uns selbst daneben oft unfähig einen brauchbaren Schritt in Sachen Bewältigung, oder Erhellung dieser Szenen zu fassen. Jede Art von Gewalt braucht dieses stocksteife und bass erstaunte Publikum. Sowie das bewegungslose Umfeld offenbar auch einen ständig heftiger werdenden Schlag braucht. Vielleicht pusht gerade das die Spirale des medialen Infotainments.

Opfer und Täter finden sich selbst miteinander, wie die Glieder einer Kette ringend und auf sich vervielfältigenden und entgleisenden Bahnen wieder. Das kann sich selbst in sehr innigen Partnerschaften widerspiegeln. Personen, die noch nie dieser emotionellen Verwirrung, Vergiftung, Vergeltung und in weiterem roher Gewalt ausgesetzt waren, werden plötzlich durch das was in dieser Welt vor sich geht, geschockt. Sie werden in das Geschehen hineinversetzt, um die nächste Kettenreaktion aufzubauen.
Wir können das begreifen, da wir alle Teile dieses Systems sind. Jeder von uns hängt an diesem.
Wir sind diejenigen, die etwas tun, aber auch diejenigen, die geschehen lassen.

Da wir leben, müssen wir alle mit unterschiedlichen Fährnissen fertig werden. Die Dinge sind auf einer Ebene außerhalb der persönlichen Reichweite und es sieht so aus als stünden wir komplett daneben.
Aber genau das ist eine Gelegenheit etwas über das Trauma unseres schlichten Lebendigseins zu erfahren. Gewalt ist mit beiden Seiten unserer Münze - mit Leben und mit dem Tod - verbunden, deshalb ist es nicht zu kurz gegriffen in diesem Zusammenhang über die letzten Bedeutungen zu sprechen.
Und aus genau diesem Grund beschäftigt sich CIR auch mit Vorstellungen von Gewalt. Es dreht sich alles um Meinungsaustausch. Wir sind aus Fleisch und Blut. Wir sind körperliche, wie wir auch intellektuelle und emotionelle Wesen sind. Daran ist nichts verkehrt. Wir brauchen die Aufforderung die Abstände und Vorbehalte zwischen unseren Existenzen zu überqueren, um zu kommunizieren, um tatsächlich lebendig zu sein. Es ist existentiell wichtig, dass wir unsere Gefühle und damit verbundene Anliegen mit anderen teilen und uns darin ausdrücken. Wenn diese Möglichkeiten blockiert, oder nicht vorhanden sind, dann wird Gewalt zu einem sehr natürlichen Phänomen. Deshalb sind Lebendigkeit, Kommunikation und die Möglichkeit sich darin wohl zu fühlen die besten Methoden Dampf abzulassen und zu überraschend neuen Ergebnissen zu kommen.

Dasselbe gilt beim Sex, denn sexuelles Zusammensein kann auch den Charakter einer ernsten Gegenüberstellung - eines (Zwei-)Kampfes - haben. Wir alle haben eine erotische Geschichte, jeder von uns durchlief die Wechselfälle der Zeit und diejenigen unserer Empfindungen. Es wäre kurzsichtig zu glauben, dass wir in unseren Beziehungen und in der Liebe ausschließlich lieblich und nett durchkommen werden. Wir schauen uns nach Erfüllung unserer Lust um und müssen uns mit betreffenden Einschränkungen, wie auch mit Schüssen übers Ziel hinaus, arrangieren, was Frustration verursacht.

SM fordert diese Grenzen und Ursachen nicht nur auf eine sinnlich stimulierende Weise heraus - wie es uns gerade der schwule Porno oftmals glaubhaft macht - als er vielmehr eingehende Zusammentreffen und Lernvorgänge provoziert, die wiederum dazu gedacht sind zu den Kräften der Seele hinabzutauchen und diese zu beleben. Kunstgriffe des Drängens und des Lösens, des Verlangens und des Lassens, des Bestrafens und der Wertschätzung werden im SM bewusst eingesetzt und von den Teilnehmern wahrlich gewollt. Deshalb ist im Zusammenhang mit SM stets von etwas völlig anderem die Rede als bei dem im folgenden Absatz Beschriebenen.

Wann immer Du Dich bedroht oder von Formen konkreter wörtlicher, gefühlsmäßiger oder körperlicher Gewalt diskriminiert siehst, dann solltest Du Dich darin bestärkt fühlen jemanden Deines Vertrauens aufzusuchen, um darüber zu sprechen, egal ob das nun ein Freund von Dir, ein professioneller Berater, oder eine Notrufnummer sein sollte. Sei nicht entsetzt, falls Dir dieser Mensch nicht sofort die richtige Antwort und die Entlastung geben können sollte die Du bräuchtest, denn auch sie, oder er mögen sich vielleicht aufgrund der Umstände fürchten. Sollte das der Fall sein, dann gib nicht auf, sondern lass dieses unbrauchbare Angebot hinter Dir und suche jemand anderen auf. Schau Dich rundherum nach für Dich erreichbaren Informationen um, damit Deine Gedanken aufklaren und Du Deinen Weg aus der ganzen Lage findest. Selbst wenn Du es sein solltest, der oder die kurz vor der Ausübung einer Gewalttat stehen sollte. Gib auch Du Dir selbst Rücksicht. Gib auch Du Dir selbst Zeit, um über alles nachzudenken.
Wut, Angst oder Leidenschaft zu empfinden, beweist vor allem, dass Du ein menschliches Wesen bist, lebst und einen Weg suchst, weiterzukommen. Du bist jetzt die Person, die einen echten Unterschied darin machen kann, wie sich die Dinge auf diesem Planeten weiter entwickeln sollen. Beschütze Dich selbst und andere ebenso davor Kriminalität oder Strafrecht erfahren zu müssen. Das heißt wiederum noch lange nicht, dass Du deshalb einen Rückzieher zu machen oder klein bei zu geben brauchst; ganz das Gegenteil ist der Fall, wenn Du bereit dazu bist Deine Anliegen nicht aufzugeben, sondern sie aufzeigst und mutig Deine Dir zustehenden Rechte beanspruchst.

SM hat nichts mit brutaler Gewalt gemein, die zweckdienlich eingesetzt wird, um das verkommene Gleichgewicht eines kindischen, oder politisch unmoralischen Zwangsmiteinanders zu befestigen.
SM verwendet Aggression als einen Treibstoff damit ein emotionaler, sexueller und intellektueller Ablauf zwischen übereinstimmenden Erwachsenen in Bewegung gesetzt werden kann. Das menschliche Macht- und Aggressionspotential muss wohl dafür erfunden worden sein, denn es eignet sich hierfür vorzüglich.

Abschließend möchte ich unmissverständlich erklären, dass der willentliche Akt Gewalt mittels theatralischer Mittel sichtbar zu machen und die kreative Möglichkeit der Kunst das Publikum intuitiv dem dabei entstandenen und entstehenden Effekt und einer Bewusstwerdung auszusetzen ein Belang von großer Bedeutung ist und das nicht nur in meiner künstlerischen Arbeit.Meine Techniken, um dahin zu gelangen, sind wohl überlegt eingesetzt.

Ich verwende Video, Photographien, Sound, Stimme und Bilder, um meine speziellen Phantasien und Gefühle, die ich gegenüber Aggression und Gewalt habe und natürlich auch, um meine Bezug nehmende Meinung und mein tägliches dem Thema entsprechendes Ausgesetztsein durch die Medien, klar herauszuheben. Zu diesem Ziel reflektiere und verstärke ich außerdem innerhalb meiner Herstellungen einige der Visionen und Berichte von mir sehr gut bekannten Menschen. Um diese Geschichten als Abbilder plastisch und zu Kunstwerken werden zu lassen, benütze ich das weite Gebiet theatralischer Ausdrucksmittel und dessen Werkzeuge, wie etwa Kostüme, Make-up, Requisiten, Kulissen, Mimik, Stimme, Geräusche, Worte und Gesten, dazu forme ich die auf Film oder Papier eingefangenen Bilder, indem ich filmische Techniken wie Montage, Bewegung, Rhythmus, Perspektive und die freie Zusammenstellung von Raum und Zeit zum Einsatz bringe.

So wie die verschiedenen Kunstformen miteinander verwandt sind, so steht auch SM in einer engen Verbindung zu den unerlässlichen Dingen dieser Welt. Das Gewand, die Persönlichkeiten und die Erfahrungen geben die Bühne, die Rollen und das Stück im sadomasochistischen Theater der Gefühle, das weitschweifig, oder detailgetreu stets auf der Suche nach sexuellen und emotionellen Freuden und Erfahrungen ist. Dabei werden die grundlegenden Bedingung der menschlichen Existenz erforscht.

Im Anschluss daran möchte ich diesen Platz hier auch besonders ausführlich dazu nützen, um Dich nochmals in deinem Vergnügen am frei erdachten Inhalt der CIR - Internetseite zu bestärken und dass dieser auf gar keine Art und Weise dazu angelegt ist, Dir als eine Wahl, eine billige Ausrede oder eine Anleitung zu kriminellem oder gewalttätigem Verhalten zu erscheinen. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen oder tatsächlichen Begebenheiten ist völlig zufällig und nicht beabsichtigt.

CIR möchte Dich darin anfeuern Deine sinnlichen, gestalterischen und gesellschaftlichen Aktivitäten zu entfalten und mit denen anderer zusammen zu bringen. SM ist in der Realität oft nicht leicht zu leben, braucht es doch eine Menge an Fantasie, eine passende Umgebung, Disziplin, Ausdauer und verständnis- und liebevolle Mitmenschen. Ich wünsche Dir viel Glück und Gelingen in der Umsetzung Deiner Sehnsüchte und Deiner Zuneigung!



--> Villa.at (DAS Lesben- und Schwulenhaus an der Linken Wienzeile ruft zur Zeit vor allem zu alltäglichem Mut auf. Lies dir auch einmal den Link "Geschichte" in Ruhe durch.)

--> I N L I F E (Ich bin auch Lebens-, Familienberater und Sozialmanager, mithilfe meiner Members-Homepage I N L I F E erreichst du mich jederzeit, wenn du Unterstützung und Orientierung für deine Lebensfragen und Herausforderungen suchst. Schreib ein Email oder melde dich telefonisch.)

--> COURAGE-Beratung.at (Familien- und Sexualberatungsstelle für Gleichgeschlechtliche und Transgender Lebensweisen)

--> HOMED.at (Zusammenspiel von Gesundheitsberufen zur Vermittlung von gayfriendly Angeboten auf diesem Gebiet. Also, wenn du einen Arzt deines Vertrauens suchst, bist du dort richtig. Einfach anrufen bzw. Email abschicken.)

--> NAMESPROJECT.at (Projekt der HOSI-Wien zum Andenken derer die an AIDS verstorben sind und Memento für die Lebenden.)

--> AMFAR.org (Die Abkürzung AMFAR steht für "American Foundation for Aids Research". Du findest dort, weit über die Grenzen Österreichs hinaus, internationales Wissen zum Thema. Wichtig und informativ!)

--> LifeBall.org (Der LifeBall wurde innerhalb eines Jahrzehnts zu dem medienwirksamsten und spendenreichsten Ereignis in Sachen SAFE SEX und dem Kampf gegen AIDS in Österreich. Als ein lebendiges Signal der Selbsthilfe erreicht er mittlerweile die ganze Welt.)

--> HOSI-Wien.at (Seit 1979 Österreichs beste Homosexuelle Initiative!!)

--> AIDS.at (Die offizielle Homepage der Aidshilfe-Wien.)